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ÜBER UNS

 

Geschichte des Vereins

 

Die Geschichte des Vereins für Naturwissenschaft und Mathematik Ulm e. V. ist ein Stück Ulmer Geschichte. Die Zeiten haben sich geändert und wir wollen nicht an der Tradition kleben, wohl aber in ihrem Sinne zeitgemäß wirken.

Auf Initiative von zehn wissenschaftlich und gesellschaftlich angesehenen Männern wurde der Verein am 29. Januar 1865 unter der Bezeichnung „Verein für Mathematik und Naturwissenschaften in Ulm a. D.“ gegründet. Von Wilhelm, Herzog von Urach, Graf von Württemberg, der damals Gouverneur der Bundesfestung war, ging der stärkste Antrieb zur Gründung des Vereins aus. Er wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits im 1. Jahr stieg die Mitgliederzahl auf 31. Die neu eingetretenen Mitglieder waren meist Offiziere, namentlich solcher der Spezialtruppen, des Ingenieur- und Geniekorps. Naturkundlich und naturwissenschaftlich Interessierte, wissenschaftlich arbeitende Amateure und akademische Forscher zählen zu den Mitgliedern. Als herausragende Vortragende und Mitglieder in der langen Geschichte des Vereins seien nur einige genannt: Der große Zoologe Prof. Brehm („Brehm’s Tierleben“), der Tübinger Neurologe und Psychologe Prof. Ernst Kretschmer (Typenlehre), Karl Müller und Hugo Rauneker - weitbekannte schwäbische Botaniker und Begründer/Bearbeiter der „Ulmer Flora“.

Herzog Wilhelm von Urach

Quelle: Wikipedia

 

Im Jahr 1916 wurde der Verein umbenannt in „Verein für Naturwissenschaft und Mathematik Ulm a. D.“ Erst am 06. Dezember 1962 wurde er in das Vereinsregister von Ulm eingetragen. Dass die Disziplin Mathematik an zweiter Stelle steht, hat innere und äußere Gründe. Einerseits verlagerten sich seit der Jahrhundertwende die Interessen immer mehr auf die naturwissenschaftlichen und technischen Gebiete. Dies hatte andererseits zur Folge, dass die zur ihrer Beherrschung benötigte Mathematik immer abstraktere Formen annahm.

 

Um den streng wissenschaftlichen Charakter des Vereins zu wahren, war die Aufnahme von Mitgliedern mit Vorbehalten verbunden. Es war der Vorschlag seitens eines Mitgliedes erforderlich, dann die Unterstützung dieses Vorschlages durch 12 Mitglieder und letztendlich erfolgte die Abstimmung mit Kugeln. Der Besuch der Sitzungen, so nannte man damals die Veranstaltungen, waren Pflicht und wurden bei Nichterscheinen mit 12 Kreuzern geahndet. Jährlich fanden mindestens 30 zum Teil sehr ausgedehnte „Sitzungen“ statt. Die Reaktion der zu Hause weilenden Ehefrauen kann man sich auch heute noch vorstellen. Deshalb wurden bereits 1867 die Damen zu einer Sitzung ins Hotel Kronprinz eingeladen. So konnten sie sich vergewissern, dass die „Spätheimkehrer“ tatsächlich wissenschaftlich gearbeitet haben. Damit die Damen tatsächlich überzeugt waren, mussten sie vor dem Auftragen des Essens drei wissenschaftliche Vorträge „genießen“. Sehr früh wurde ein Austausch mit 68 Gesellschaften und Institutionen der alten und neuen Welt betrieben. Im Dezember 1910 übergab der Verein seine Bibliothek der Stadtbibliothek Ulm zur Verwaltung. Sie befindet sich auch heute, also über 100 Jahre später, immer noch dort. Auch der Tauschverkehr mit inzwischen ca. 150 Vereinen, Instituten und Gesellschaften des In- und Auslandes lebt weiterhin fort.

 

Leider ist die Geschichte des Vereins nicht mehr lückenlos aufzuzeigen. Dem 2. Weltkrieg fielen Protokolle und Akten von 20 Jahren zum Opfer. Im Dezember 1949 fand die erste Hauptversammlung nach dem Krieg statt und ab 1951 verlief die Arbeit des Vereins fast wieder normal. Jetzt erst war es auch Frauen gestattet, Mitglied zu werden!

 

Ziele und Aufgaben des Vereins sind die Erforschung der naturkundlichen Gegebenheiten des Ulmer Raumes, die Verbreitung naturwissenschaftlicher (und mathematischer) Erkenntnisse, sowie Stellungnahme zu aktuellen Problemen des Natur- und Umweltschutzes. Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind die Beobachtungen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, der geologischen und klimatischen Verhältnisse und die Veranstaltung von Vorträgen und Exkursionen. Die Herausgabe der Mitteilungshefte – die naturwissenschaftlichen Abhandlungen enthalten wurden bis zum Jahr 2006 in verschiedenen Abständen betrieben. Im Laufe dieser vielen Jahre sind 41 Hefte erschienen. Ein beachtenswertes Werk ist die „Pilzflora des Ulmer Raumes“, die Manfred Enderle in über 25 jähriger Arbeit erstellt hat. In Zeiten des Internets und der Digitalisierung von Schriften und Bildern wurde die Herausgabe dieser Mitteilungen eingestellt. Eine stattliche Anzahl dieser Hefte steht auch heute noch zur Verfügung und eine Inhaltsübersicht kann hier auf der Homepage eingesehen werden.

Unsere Vereinssatzung finden Sie hier...

Dr. Hans Schäfle und M. Enderle bei der Verleihung des Umweltpreises des Landkreises Günzburg.

 

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