Verein für Naturwissenschaften und Mathematik

 

 

Whats on Nairobi
   
Der nächste Vereinstermin
 

NEU! Ein Teil der Veröffentlichungen in unseren Mitteilungsheften steht ab sofort auf unserer Website der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann bei Bedarf heruntergeladen werden! Mehr hier ...

 

In Kürze veröffentlichen wir unser Jahresprogramm 2019

 

Geologie / Astronomie

Massiver Meteoriten-Einschlagskrater entdeckt
Kilometerbreiter Eisenmeteorit unter Grönlands Eis mit Hilfe von AWI-Forschungsflugzeug Polar 6 nachgewiesen

[15. November 2018]
Ein internationales Forscherteam hat einen 31 Kilometer breiten Meteoriten-Einschlagkrater entdeckt, der im nördlichen Grönland unter dem Eisschild verborgen ist. Dies ist der erste Fund eines Kraters unter einem der kontinentalen Eisschilde auf der Erde. Die Ergebnisse erscheinen jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science Advances.

Der Krater hat einen Durchmesser von mehr als 31 Kilometern und entspricht somit einer Fläche größer als Paris. Er zählt damit zu den 25 größten Einschlagskratern der Erde. Er ist entstanden, als ein kilometerbreiter Eisenmeteorit in Nordgrönland einschlug, ist aber derzeit unter einem Kilometer dicken Eispanzer verborgen. Die Vereisung Grönlands begann vor drei Millionen Jahren. „Der Krater ist außergewöhnlich gut erhalten. Das ist überraschend, denn fließendes Gletschereis ist ein unglaublich effizientes Erosionsmittel, das Spuren des Einschlags schnell entfernt hätte. Dies bedeutet, dass der Krater aus geologischer Sicht recht jung sein könnte; es war allerdings bisher nicht möglich, ihn direkt zu datieren. Möglicherweise entstand er sogar erst vor 12.000 Jahren, also gegen Ende der letzten Kaltzeit”, sagt der Leitautor der Studie, Professor Kurt H. Kjær vom Centre for GeoGenetics am Naturkundemuseum von Dänemark.

Der Krater wurde erstmals im Juli 2015 entdeckt, als die Forscher eine neue topographische Karte unter dem grönländischen Eisschild untersuchten. Sie bemerkten unter dem Hiawatha-Gletscher am äußersten Rand der Eisdecke in Nordgrönland eine enorme - aber trotzdem bisher unentdeckte - kreisförmige Vertiefung. „Wir wussten sofort, dass dies etwas Besonderes war, aber gleichzeitig war klar, dass es schwierig sein wird, den Ursprung dieser Depression zu bestätigen", sagt Kjær.

Im Innenhof seines Arbeitsplatzes, des Geologischen Museums in Kopenhagen, liegt als Ausstellungsstück ein 20 Tonnen schwerer Eisenmeteorit, der sprichwörtlich Stein des Anstoßes für die Überlegungen der Forscher war, bei der Depression nach Spuren eines Meteoriteneinschlags zu suchen. „Der Rückschluss war naheliegend, dass die Depression ein zuvor nicht beschriebener Meteoritenkrater sein könnte - aber uns fehlten anfangs die Beweise", erinnert sich Professor Nicolaj K. Larsen von der Universität Aarhus und Mitautor der Publikation.

Messungen mit dem Forschungsflugzeug Polar 6 des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) konnten die Vermutungen die Forscher bekräftigen, dass die riesige Depression ein Meteoritenkrater ist. Die Polar 6 flog im Mai 2016 über den Hiawatha-Gletscher, um den Krater und das darüber liegende Eis mit einem neuen leistungsstarken Eisradar zu kartieren. Frühere Radarmessungen des Hiawatha-Gletschers waren Teil eines Langzeitprogramms der NASA, um Änderungen in der Eisbedeckung Grönlands zu kartieren.

Um die Hypothese des Meteoriteneinschlags zu testen, benötigten die Wissenschaftler eine gezielte und dichtere Radaruntersuchung.

„Das neue Radarsystem der AWI-Forschungsflugzeuge war genau die Art von Instrument, die wir für die Messungen brauchten“, sagt Prof. Olaf Eisen, Glaziologe am Alfred-Wegener-Institut, der ebenfalls an der Studie beteiligt ist. „Das an der Universität Kansas für uns maßgeschneiderte Radarsystem der nächsten Generation übertraf alle Erwartungen und bildete die Struktur mit einer beispiellosen Auflösung und Detailschärfe ab: Ein deutlich kreisrunder Rand, eine zentrale Erhebung, darüber sowohl gestörte als auch ungestörte Eisschichten und basale Trümmer. Alles, was einen Meteoriteneinschlag auszeichnet, ist da“, berichtet Olaf Eisen begeistert.

In den Sommern 2016 und 2017 kehrte das Forschungsteam auf den grönländischen Eisschild zurück, um tektonische Strukturen im Gestein am Fuß des Gletschers zu kartieren und Proben von Sedimenten zu sammeln, die durch einen Schmelzwasserkanal aus der Senke herausgespült wurden. „Ein Teil des aus dem Krater gespülten Quarzsandes hatte eben jene Deformationsmerkmale, die auf einen gewaltsamen Aufprall hindeuten. Dies ist ein schlüssiger Beweis dafür, dass die Depression unter dem Hiawatha-Gletscher ein Meteoritenkrater ist", sagt Larsen.

Die Folgen der Auswirkungen auf das Klima und das Leben der Erde

Frühere Studien haben gezeigt, dass große Meteoriteneinschläge das Klima der Erde nachhaltig beeinflussen können - mit gravierenden Folgen für das Leben auf dem Planeten. Daher wollen die Wissenschaftler jetzt weiter untersuchen, wann und wie dieser Meteoriteneinschlag am Hiawatha-Gletscher den Planeten beeinflusst hat. „Der nächste Schritt der Untersuchungen wird darin bestehen, den Einschlag zuverlässig zu datieren. Dies ist eine Herausforderung, da wir wohl versuchen müssen, an Material am Boden der Struktur heranzukommen. Dies ist jedoch entscheidend, wenn wir verstehen wollen, wie sich der Einschlag auf das Leben auf der Erde auswirkte“, schließt Erstautor Kjær.

Originalpublikation
Kurt H. Kjær, Nicolaj K. Larsen, Tobias Binder, Anders A. Bjørk, Olaf Eisen, Mark A. Fahnestock, Svend Funder, Adam A. Garde, Henning Haack, Veit Helm, Michael Houmark-Nielsen, Kristian K. Kjeldsen, Shfaqat A. Khan, Horst Machguth, Iain McDonald, Mathieu Morlighem, Jérémie Mouginot, John D. Paden, Tod E. Waight, Christian Weikusat, Eske Willerslev, Joseph A. MacGregor: A large impact crater beneath Hiawatha Glacier in northwest Greenland. Science Advances 2018. DOI: 10.1126/sciadv.aar8173

Quelle: Afred-Wegener-Institut


Eisradarmessungen über dem Hiawatha-Gletscher mit der Polar 6 des Alfred-Wegener-Instituts. DieRadardaten beinhalten sowohl die Topograhie des Kraters unter dem Eispanzer, als auch die Struktur des Eises selber. Diese Untersuchung zeigte, dass die Schichtung des Eises älter als 11.700 Jahre heftig gestört ist. (Grafik: Natural History Museum of Denmark)
Quelle: Bild: Afred-Wegener-Institut
 

Kinotipp


Bild: www.universalpictures.at/aufbruchzummond

Sternenstunde der Menschheitsgeschichte
Am 08. November startete der Kinofilm „Aufbruch zum Mond“. Darin wird die Geschichte von Neil Armstrong (Ryan Gosling) erzählt. Anfang der 60er Jahre arbeitet er als Testpilot. Um den Tod seiner Tochter zu verarbeiten, wechselt er Wohnort und Beruf und beginnt eine Ausbildung zum Astronauten in Houston. 1969 fliegt er mit Buzz Aldrin und Mike Collins mit der Apollo-11-Mission zum Mond.
Als erster Mensch betritt er am 21. Juli 1969 den Boden des Mondes.
Der Film erzählt von den ungeheuren Strapazen, die die Crew auf sich nehmen musste, um bis zu diesem Punkt zu kommen. Nicht zuletzt entkam Armstrong beim Training der Mondlandung nur knapp dem Tod.
Neil Armstrong starb am 25. August 2012 im Alter von 82 Jahren. Der erste Schritt eines Menschen auf dem Mond jährt sich 2019 zum 50gsten Mal.

Das Drehbuch zu AUFBRUCH ZUM MOND basiert auf der offiziellen Biografie von Historiker James R. Hansen. Dieses „herausragende, makellos recherchierte Glanzstück” (London Times) avancierte zu einem New-York-Times-Bestseller.

 
Buchtipp

Bild: THEISS Verlag

Darwins illustrierte Reise um die Welt mit der Beagle

Im Theiss Verlag sind Darwins Aufzeichnung seiner Reise mit der Beagle als prächtiger Bildband erschienen.

Darwins Reisebeschreibungen gehören zu den berühmtesten und wichtigsten Reisebeschreibungen überhaupt. Sie waren die Grundlage für sein Werk „Die Entstehung der Arten“.

Die durchgehend illustrierte Ausgabe enthält über 350 historische und moderne Illustrationen, Fotos und Karten. Sie begleiten klassischen Texts Darwins, mit dem er auf der Expedition Menschen, Orte und Arten beschrieb.

Daneben enthält der Band ausgewählte Texte aus "Die Entstehung der Arten" und aus anderen zeitgenössischen Texten. 480 Seiten. Fester Einband. Theiss Verlag.

ISBN-10: 3806233918
ISBN-13: 978-3806233919
Originaltitel: The Voyage of the Beagle
Größe und/oder Gewicht: 24,5 x 3,3 x 28,4 cm

Theiss Verlag 2016

480 Seiten
49,95 Euro

 
 

Mathematik
Peter Scholze - der mathematische Hellseher
Mit gerade einmal 30 Jahren hat Peter Scholze ein ganzes Fachgebiet umgekrempelt. Dafür erhält er die Fields-Medaille der Mathematik 2018.


© VOLKER LANNERT / UNIVERSITÄT BONN (AUSSCHNITT)

Im Jahr 2010 ging ein Gerücht um unter den Zahlentheoretikern. Angeblich hatte ein Student aus Bonn eine Arbeit geschrieben, die auf nur 37 Seiten erledigte, wofür die beiden etablierten Wissenschaftler Michael Harris und Richard Taylor ein Buch von immerhin 288 Seiten gebraucht hatten: den bis zur Undurchdringlichkeit verwickelten Beweis eines Satzes aus der Zahlentheorie, der wiederum von einem Spezialfall der berühmten Langlands-Korrespondenz handelt. Tatsächlich – der 22-jährige Peter Scholze hatte in seiner Masterarbeit einen der kompliziertesten Teile des Beweises durch eine elegante Eigenkonstruktion ersetzt.

Die Fachwelt brach in großes Erstaunen aus. »Es war einfach unglaublich, dass jemand in so jungem Alter etwas so Revolutionäres zu Stande bringt«, sagt Jared Weinstein, Zahlentheoretiker an der Boston University und mit seinen 36 Jahren nicht gerade zum alten Eisen gehörend. »Das lehrt einen Bescheidenheit!«

Den Mathematikern in Bonn war Scholzes Ausnahmetalent nicht entgangen. Nur zwei Jahre später ernannten sie ihn zum W3-Professor; damals war er der jüngste Inhaber dieses Titels überhaupt

Mittlerweile hat Scholze es zu großem Ruhm gebracht. Die Verleiher des SASTRA Ramanujan Prize hielten ihn bereits 2013 für »einen der einflussreichsten Mathematiker der Welt«, und die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die ihm 2016 den Leibniz-Preis zuerkannte, würdigte ihn als ein »Ausnahmetalent, wie es sie lediglich alle paar Jahrzehnte gibt«. Seit Juli dieses Jahres ist er – neben Koryphäen wie Gerd Faltings und Don Zagier – Direktor des Max-Planck-Instituts für Mathematik in Bonn. Und auf dem jüngsten Internationalen Mathematikerkongress in Rio de Janeiro wurde seine Leistung mit der Fields-Medaille gewürdigt, einer Auszeichnung, die in ihrem Prestige dem Nobelpreis gleichkommt.
Mehr ...

 

Fledermäuse

GroĂźe Mausohren - Foto: NABU/Christian Stein

Die Entdeckung der Fledermaus-Stimmen

Wussten Sie, dass man Fledermäuse erst seit 20 Jahren hören kann? In den 90er Jahren wurden Geräte entwickelt, die die Ultraschall-Laute der Fledermäuse hörbar machen. Solche Bat-Detektoren sind heute aus der Fledermaus-Forschung nicht mehr wegzudenken.

Anlässlich unserer Fledermausexkursion am 9. Juni 2017 stellen wir einen Text zur Funktionsweise des Fledermasudetectors. Der Text wurde uns freundlicherweise von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern zur Verfügung gestellt. Sie können Ihn hier ansehen und herunterladen (PDF).

Auf der Seite des NABU finden Sie ebenfalls Informationen zu Fledermaus-Stimmen. Den Link finden Sie hier ...

 
Verein fĂĽr
 

Verein fĂĽr

Naturwissenschaft und Mathematik

Ulm. E.V. seit 1865

Letztes Update: 19.11.2018

DATENSCHUTZ

 
 

© 2014 - 2018 Verein für Naturwissenschaft und Mathematik Ulm e.V.